Computer im Museum

Geschrieben am 07.06.2016 von

Am 24. Oktober 1996 eröffnete Bundeskanzler Helmut Kohl das Heinz Nixdorf MuseumsForum. Im kommenden Herbst können wir also den 20. Geburtstag des HNF feiern, die Vorbereitungen dazu sind schon im vollen Gange. Heute möchten wir einmal eine Übersicht über die wichtigsten Museen, Museumsabteilungen und sonstige Ausstellungen geben, die in Deutschland historische Computer und Rechenmaschinen zeigen.

Vor zwanzig Jahren, im Sommer 1996, ließen sich die deutschen Computermuseen noch überschauen. Im Wesentlichen gab es zwei größere Abteilungen in München und in Berlin, zwei kleinere Museen in Aachen und in Hoyerswerda und die Sammlung der IBM in Sindelfingen. Das hat sich geändert. Wir stellen einmal – nach Postleitzahlen geordnet – im Moment zugängliche Ausstellungen vor.

01277 Dresden. In der Junghansstraße 1-3, im alten Gebäude der Pentacon-Kamerawerke, finden wir die Technischen Sammlungen der Stadt. Die Abteilung für Büro- und Rechentechnik umfasst Rechen-, Buchungs- und Lochkartenmaschinen sowie Analog- und Digitalrechner.

06116 Halle. Das Rechenwerk liegt in der Saalfelder Straße 11 im Stadtteil Diemitz in einem früheren Getränkemarkt und besitzt viele Exponate zur Rechen- und Computertechnik der DDR. Es gibt eine unfertige Homepage und Besuchsberichte hier und hier. Zu Öffnungszeiten die Sammlung fragen.

10243 Berlin. Eine gelungene Mischung aus Computergeschichte und Gamespaß bietet das Computerspielemuseum in der Karl-Marx-Allee 93a (U-Bahn-Station Weberwiese) in Friedrichshain. Einst befand sich dort das Café Warschau. Das Museum öffnet auch montags!

10963 Berlin. Das Deutsche Technikmuseum in der Trebbiner Straße 9 beim Gleisdreieck zeigt eine Sammlung von Zuse-Computern und den Nachbau der Z1 von Konrad Zuse selbst. Zurzeit ist außerdem die Z3-Kopie zu sehen, die Horst Zuse erstellte. Ein Nebengebäude des Museums in der sogenannten Ladestraße beherbergt die neue Ausstellung Das Netz über Menschen, Kabel und Datenströme.

12459 Berlin. Der wilde Osten Berlins war einst Heimat der AEG. Heute sitzt in der Wilhelminenhofstraße 75A in Oberschöneweide die Hochschule für Technik und Wirtschaft. Der 6. Stock von Haus C wird durch die Mikrocomputer, Buchungs- und Rechenmaschinen des Computermuseums der Hochschule belegt. Zugänglich ist alles zur üblichen Bürozeit.

24149 Kiel. Moin! Seit fünf Jahren füllen Rechenmaschinen und Computer einen Bunker am Eichenbergskamp 8 auf dem Ostufer der Förde. Zu den Schätzen des Computermuseums der Fachhochschule Kiel zählen Zuse-, Siemens-, DEC- und IBM-Systeme, auch eine seltene Electrologica X1. Dazu kommen Minis, Mikros und Analogrechner und viele Rechenmaschinen.

Elektronenrechner von Walter Sprick im Deutschen Museum

Elektronisches Rechengerät von Walter Sprick im Deutschen Museum

26122 Oldenburg. Jeden Dienstagabend und an Sonderterminen erwartet am Bahnhofsplatz 10 das Oldenburger Computer-Museum die Besucher. Diese können reihum Heimcomputer, Arcade-Automaten, Spielkonsolen und Flipper der 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahre ausprobieren. Die bekannten und beliebten Marken sind voll funktionsfähig vertreten.

33102 Paderborn. An der Fürstenallee 7 erhebt sich seit bald 20 Jahren das größte Computermuseum der Welt, auch bekannt als Heinz Nixdorf MuseumsForum. Der Link zur Homepage entfällt, weil der Leser bereits drauf ist. 🙂

36088 Hünfeld. Wie der Name Konrad-Zuse-Museum ahnen lässt, geht es im Haus am Kirchplatz 4-6 unter anderem um den Computerpionier. Zuse lebte von 1957 bis zu seinem Tod 1995 in der osthessischen Kleinstadt. Der ihm gewidmete Museumsteil zeigt einige Rechner seiner Firma, darunter die Z22 mit der Seriennummer 1. Eine andere Abteilung behandelt die Stadt- und Kreisgeschichte.

53113 Bonn. Das Arithmeum liegt am Bonner Hofgarten an der Lennéstraße 2. Es präsentiert die weltweit größte Sammlung historischer Rechenmaschinen mit über 10.000 Objekten. Begonnen wurde sie vom Mathematiker Bernhard Korte. Im Depot verwahrt das Museum eine umfangreiche Kollektion von Rechenschiebern und auch den einen oder anderen Computer, zum Beispiel eine Zuse Z25.

65779 Kelkheim. Zwischen Wiesbaden und Frankfurt am Main befindet sich Kelkheim im Taunus und im Ortsteil Hornau das technikum29. Die Zahl geht auf die Adresse Am Flachsland 29 zurück. Das Privatmuseum für Rechen- und Kommunikationstechnik leitet der Diplomphysiker Heribert Müller. Die Exponate stammen zum größten Teil aus der klassischen Computer-Ära und sind fast alle lauffähig. Für Besuche bitte einen Termin vereinbaren.

80538 München. Das Deutsche Museum steht auf der Museumsinsel und hat im 3. Obergeschoss eine Abteilung für Informatik und Automatik, an die sich eine weitere für Mikroelektronik und noch ein mathematisches Kabinett anschließen. Stars des Informatikbereichs sind die Zuse Z4 von 1945, die von Konrad Zuse angefertigte Replik der Z3 von 1941 und der Elektronenrechner, den Heinz Nixdorfs Mentor Walter Sprick 1951 in Kiel baute. Im Archiv des Museums liegt der Zuse-Nachlass.

Darüber hinaus führt das Hermann von Helmholtz-Zentrum eine Liste von Universitätssammlungen. Die Sammlung der Uni Erlangen haben wir letztes Jahr schon einmal für diesen Blog besucht. Im Aufbau begriffen sind Ausstellungen in Dortmund, Hoyerswerda und München. Unser Eingangsbild zeigt den Mikrocomputersaal in Kiel. Das Schlussfoto wurde in Oberschöneweide aufgenommen.

Eingangsbild: Computermuseum Kiel

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Ein Kommentar auf “Computer im Museum”

  1. J.Feige sagt:

    … vielen Dank für die Abbildung aus unserer Ausstellung robotron 1720 Buchungsautomat. Wir haben am vergangenen Montag einen funktionstüchtigen – wohl auch vergleichbaren – Automaten von der Firma Feiler Berlin (Feilomat) übernehmen können. Dank eines sehr wohlgesonnenen Spenders – Herrn Weithase aus HAnnover. Gruß J.Feige i.A. Compuermuseum HTW Berlin

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