Frauen und Computer – im Film

Geschrieben am 31.07.2015 von

Am 2. September 2015 startet im Heinz Nixdorf MuseumsForum die große Ausstellung „Am Anfang war Ada. Frauen in der Computergeschichte“. Unser Blog wird sie mit Texten zum Thema begleiten. Der nun folgende Beitrag berichtet über drei Informatikerinnen aus den USA, die auf Filmen und Videos festgehalten wurden: Grace Hopper, Margaret Hamilton und Joanna Hoffmann.

Die Mathematikerin Grace Hopper, 1906 als Grace Murray in New York geboren, ist sicher nach Ada Lovelace die bekannteste „Computerfrau“. Sie arbeitete von 1944 an in der Harvard-Universität und ab 1949 für die Eckert-Mauchly Computer Corporation, die Firmen Remington Rand und Sperry Rand. 1966 ging Grace Hopper in Pension, wurde aber ein Jahr später von der amerikanischen Marine verpflichtet. Erst 1986 schied sie mit dem Dienstgrad eines Flotillenadmirals aus und starb 1992. Besondere Verdienste erwarb sie sich bei der Entwicklung von Programmiersprachen.

In der Harvard-Universität half Grace Hopper dem Computerpionier Howard Aiken beim Betrieb und der Bedienung des von der IBM gebauten Relaisrechners Mark I. Eine Wochenschau von 1944 zeigt ab Minute 5:30 den Rechner und ab Minute 6:05 Grace Hopper. Der Film lässt sich über das Download-Feld rechts unten herunterladen. An anderer Stelle im Internet sind ihr Auftritt in der Talkshow von David Letterman 1986 und Aufnahmen des Mark I aus jüngster Zeit zu sehen.

Margaret Hamilton kam 1936 als Margaret Heafield im US-Bundesstaat Indiana zur Welt. Mit einem Bachelor in Mathematik arbeitete sie ab 1960 im Massachusetts Insitute of Technology an Computern und auch an dem riesige SAGE-System, das die USA vor Luftangriffen schützen sollte. 1965 wurde sie Software-Chefin der Projektgruppe, die die Rechner für die Apollo-Kapsel und die Apollo-Mondfähre entwickelte, und wirkte bei weiteren NASA-Missionen mit. Von 1976 an leitete sie eigene Firmen.

Im  Archiv des MIT gibt es einen Film zum Apollo-Computer, der nichts zur Softwareentwicklung sagt, in einem Video von 2008 ist Margaret Hamilton aber einige Male zu sehen wie auch in diesem kurzen Ausschnitt. Bei den Mondflügen hat sich ihre Software glänzend bewährt, ebenso in einer kritischen Situation bei der ersten Mondlandung im Juli 1969, als eine falsche Einstellung zu einem Overflow führte. Das Programm war so stabil, dass es weiterlief und die Landung glückte. Unter diesem Blogtext fügen wir ein NASA-Foto von Margaret Hamilton mit der gesamten Apollo-Software an.

Schließen wollen wir mit Joanna Hoffman erwähnen, die in den frühen 1950er-Jahren als Tochter des polnischen Regisseurs Jerzy Hoffman geboren wurde. In den Siebzigern studierte sie in Chicago und wollte in Archäologie promovieren, schloss sich dann aber 1980 dem Team an, das bei Apple den Macintosh entwickelte. Unter anderem leitete sie das Marketing des Computers. 1985 folgte sie Steve Jobs zu dessen Neugründung NeXT; in den 1990er Jahren arbeitete sie für die Firma General Magic. Sie war einer der wenigen Menschen, die es wagten, Jobs in der Öffentlichkeit zu widersprechen.

Unser Film mit Joanna Hoffman entstand 1985 für die amerikanische Fernsehserie The Computer Chronicles und lässt sich wie die obige Wochenschau herunterladen. Joanna ist ab Minute 5:00 zu sehen und spricht natürlich über den Macintosh, der im Vorjahr herausgekommen war. Im neuen biografischen Film über Steve Jobs, der am 12. November in den deutschen Kinos startet, wird sie von der Engländerin Kate Winslet verkörpert, während der deutsch-irische Schauspieler Michael Fassbender die männliche Hauptrolle übernahm.

Margaret_Hamilton

Foto: MIT Museum

 

 

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3 Kommentare auf “Frauen und Computer – im Film”

  1. tina sagt:

    Wow das Bild ist wirklich sehr cool. Kann ich wohl nicht als Profilbild verwenden oder? 🙂 lg tina

    1. HNF sagt:

      Hallo Tina,
      wo genau möchtest du das Foto denn einsetzen?

  2. Adeline sagt:

    Wieder etwas gelernt… So etwas lernt man selbst als studierter Informatiker (bzw Informatikerin – selbst das existiert noch nicht ) nicht! 🙂 wie haben immer nur über Männer gelernt, die Einfluss auf die Computergeschichte hatten

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