10 Jahre Facebook für alle

Geschrieben am 26.09.2016 von

Am 4. Februar 2004 startete in der Harvard-Universität die Website Thefacebook.com. Schnell erfasste sie andere amerikanische Unis. Ihr Erfinder, der 19-jährige Mark Zuckerberg, bezeichnete sie als Online-Adressbuch. Ab dem 26. September 2006 konnte sich jeder anmelden, der eine E-Mail-Adresse besaß. Die seit 2005 Facebook.com genannte Seite wurde so zum größten sozialen Netzwerk auf der Erde.

Eigentlich ist das Internet schon seit 45 Jahren ein soziales Netz, denn Ende 1971 erfand der Amerikaner Ray Tomlinson die E-Mail. In den 1980er-Jahren entstanden Mailboxen und Newsgroups. Wegen der restriktiven Fernmeldegesetze entwickelten sich solche Systeme in der Bundesrepublik langsamer als in den USA.

Das World Wide Web brachte soziale Netze, wie wir sie kennen. Typische Merkmale sind der durch Anmeldung definierte Nutzerkreis, persönliche Profile, Austausch von Mitteilungen, Kommentare zur Vita und zum Weltgeschehen und Bildung von Interessengruppen. Als erstes soziales Netz neuen Stils gilt die amerikanische Seite SixDegrees.com von 1997. Friendster folgte 2002 und zählte wenig später drei Millionen Nutzer. MySpace startete 2003 und erreichte 2006 mehr als 100 Millionen Fans.

Facebook oder genauer www.thefacebook.com ging am 4. Februar 2004 online. Zunächst konnten sich nur Studenten der amerikanischen Universität Harvard anmelden. Erfunden wurde die Seite vom 19-jährigen Mark Zuckerberg, der in Harvard Informatik und Psychologie studierte und ein begnadeter Programmierer war. Die offizielle Facebook-Timeline nennt als Mitentwickler noch Zuckerbergs Kommilitonen Dustin Moskovitz, Chris Hughes und Eduardo Saverin. Der in Brasilien geborene Saverin war trotz seiner Jugend der erste Geldgeber der Website.

Die Zeitleiste verschweigt den Streit zwischen Mark Zuckerberg und zwei anderen Harvard-Studenten, den Zwillingen Cameron und Tyler Winklevoss. Die beiden hatten schon 2003 ein soziales Netzwerk namens HarvardConnection konzipiert und Zuckerberg in ihre Pläne eingeweiht. Nach dem Start seiner Seite verklagten ihn die Brüder wegen Diebstahl geistigen Eigentums. Mark Zuckerberg reagierte mit einer Gegenklage. Beide Verfahren endeten 2008: Die Brüder Winklevoss erhielten 20 Millionen Dollar in bar und 100 Millionen in Form von Facebook-Aktien.

Am 1. März 2004 durften auch Studierende der Stanford-, Columbia und Yale-Universität facebooken, danach wurden weitere Hochschulen erschlossen. Am Jahresende hatte das Netzwerk schon eine Million Mitglieder. Am 1. September 2005 dehnte es sich auf High Schools aus, am 1. Mai 2006 folgten Firmennetze. Am 20. September verschwand das „the“ aus dem Namen, und Facebook war geboren. Die Facebook-Zentrale saß längst nicht mehr an der Ostküste, sondern in Palo Alto im Silicon Valley.

Welcome to Facebook, everyone – so überschrieb die firmeneigene Bloggerin Carolyn Abram ihre Mitteilung vom 26. September 2006. „Mark hätte dieses Posting gerne selbst verfasst“, hieß es weiter, „aber er muss bei dem mithelfen, was jetzt überall zu tun ist, und deshalb erzähle ich, warum wir diese Expansion vornehmen.“ Es kam dann eine Menge heißer Luft, klar wurde aber, dass sich nun jeder Mensch bei Facebook anmelden konnte. Voraussetzungen waren eine gültige E-Mail-Adresse und natürlich die Beachtung der jeweiligen Gesetze für den Jugendschutz.

Somit waren auch deutsche Fans sozialer Medien in der Lage, sich im US-Netz zu bewegen. Bislang kannten sie nur Twitter und studiVZ, eine am 11. November 2005 gegründete Facebook-Kopie. Vom 4. Oktober 2006 ist ein Blog-Post von Sebbi alias Sebastian Herp aus Erlangen überliefert: „Einziger Deutscher bei Facebook?“ Eine deutschsprachige Ausgabe der Seite startete erst am 1. März 2008, drei Wochen nach der spanischen Version. Im Oktober 2008 flog Mark Zuckerberg nach Berlin und München, um persönlich für seine Schöpfung zu werben.

Mit der Zeit überflügelte Facebook die deutsche Konkurrenz. Weltweit zählte das Netz 2012 eine Milliarde Freunde. Wir beschränken uns auf zwei Nutzer, erstens das HNF und zweitens die ehemaligen Nixdorf-Mitarbeiter. Um sie zu treffen, muss man sich aber bei www.facebook.com registrieren. Dazu gibt es noch einen Facebook-Leitfaden für alle Altersgruppen von neun bis 99.

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