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Computer.Gehirn – Erinnerung an eine Ausstellung

Geschrieben am 23.10.2026 von

Am 24. Oktober 2001 feierte das HNF seinen fünften Geburtstag. Am Abend wurde im Haus die Ausstellung „Computer.Gehirn“ eröffnet. Auf 900 Quadratmetern zeigte sie 330 Exponate zu den Fragen “Was kann der Mensch?“ und „Was können die Computer?“. Sie lief bis zum 28. April 2002 und war die erste Schau in Deutschland zur Künstlichen Intelligenz. 

„Die Ausstellung präsentiert den aktuellen Entwicklungsstand in den Bereichen Robotik und Künstliche Intelligenz und vergleicht ihn mit den Fähigkeiten des menschlichen Gehirns. Neueste Roboter aus internationalen Forschungslaboren werden ebenso präsentiert wie ein Blick in die Sinneswelt des Menschen. Zu Beginn des neuen Jahrtausends zieht die Sonderausstellung eine spannende Zwischenbilanz der aktuellen Forschung.“

Das stand auf der Homepage von Computer.Gehirn, der ersten großen Sonderschau des 1996 eingeweihten HNF. Nach der Eröffnung am 24. Oktober 2001 konnte man sie im dritten Obergeschoss bis zum 28. April 2002 besuchen. Zwar gab es schon Ausstellungen zu Spielen und Grammophonen, doch „Computer.Gehirn“ war ein Blockbuster, wie es auf Neudeutsch heißt, mit 900 Quadratmetern und 330 Exponaten, davon 52 interaktiven. Am Projekt wirkten acht Kuratoren und Kuratorinnen und drei wissenschaftliche Berater mit, die Projektleitung oblag Dr. Kurt Beiersdörfer, einem der beiden HNF-Geschäftsführer. Mit über 80.000 Besuchern ist sie bis heute eine der erfolgreichsten Ausstellungen des HNF.

Das Thema der Schau bildete der Wettstreit zwischen Mensch und Maschine, wie er in der Robotik, der Sensorik und der Künstlichen Intelligenz stattfand. 2001 umfasste diese neben der symbolisch-logischen Spielart schon neuronale Netze und lernfähige Systeme sowie generative Programme, die Bilder und Gedichte erzeugten. Unter den Robotern fanden sich greifende, lächelnde, rollende, laufende und krabbelnde Typen – unser Eingangsbild zeigt den sechsbeinigen Lauron III – sowie Spielzeuge und Science-Fiction-Modelle. Aus dem nahen Herford kam als Leihgabe ein Belle-Époque-Automat.

Übersicht über „Computer.Gehirn“

„Computer.Gehirn“ gliederte sich in sechs Kapitel. Auf die Einführung folgten die Welt der fünf Sinne und unter dem Motto „Leben ist Bewegung“ die Robotik, unterteilt in Greifen und Laufen. An die Werkzeuge der Intelligenz – die Sprache, das Lernen, das Wissen und das logische Denken – schlossen sich drei Felder an, in denen die Computer noch Mühe hatten, nämlich Emotionen, Bewusstsein und Kreativität. Die beiden letzten Kapitel widmeten sich den Visionen der Vergangenheit und denen der Zukunft.

Die Ausstellung startete mit einer Tagung zur Geschichte und Zukunft der KI, später gab es Vorträge über Menschen und Maschinen im Film. Am 3. und 4. November 2001 richteten das HNF und der WDR eine Computernacht aus, Videos dazu liegen hier und hier und enthalten auch Einblicke in „Computer.Gehirn“. Der SPIEGEL brachte einen Artikel und ein Gespräch mit Dr. Beiersdörfer. Das Begleitbuch zur Schau mit dem Zweittitel Denken sie, sie denken? listete alle Exponate auf, ist aber wohl nur in größeren Bibliotheken nachlesbar.

Im Internet Archive überlebte die alte Homepage; der virtuelle Rundgang funktionierte auf unserem Computer sogar noch. Das Erbe der Ausstellung trat 2018 der neue HNF-Bereich Mensch, Roboter! an, zu dem sich 2025 die Roboterin Ameca gesellte. Ein Nachfolger ist ebenso die Robotik-Abteilung des Deutschen Museums, die im Jahr 2022 eröffnete; der Kurator Dr. Frank Dittmann wirkte einst bei „Computer.Gehirn“ mit. Wir schließen mit Fotos, die 2001 im HNF aufgenommen wurden, vorher möchten wir aber zur Geburtstagsfeier am Samstag, dem 24. Oktober 2026 einladen. Der Eintritt ins HNF ist an diesem Tag frei.

Der Türsteher: Roboter Tron-X der Festo AG & Co. Esslingen (Foto Jan Braun/HNF)

Stimmerkennungssystem VOCAL der Firma ABS Jena

Die Münzrutsche des Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn konnte mit einem neuronalen Netz Geldstücke am Klang erkennen.

Kunstkopf-Mikrofon KU 80 der Georg Neumann GmbH Berlin

Service-Roboter Hermes der Universität der Bundeswehr München (Foto Jan Braun/HNF)

Zweibein-Laufmaschine Johnnie aus der TU München (Foto Jan Braun/HNF)

Greifhand mit Tastsensoren von der TU Darmstadt (Foto Jan Braun/HNF)

„Computer.Gehirn“ entdeckte den Röhrenrechner Nimrod der englischen Firma Ferranti, der das Nim-Spiel beherrschte und 1951 auf einer Industriemesse in Berlin auftrat.

Der Schachroboter Kuka KR3 der KUKA Roboter GmbH Augsburg, der gelegentlich eine Figur vergaß und mit lautem Knall eine andere draufsetzte.

Autorennbahn mit Fuzzy-Logik-Steuerung der ZN Vision Technologies AG Bochum

Kunst des Programms AARON von Harold Cohen (1928-2016)

C-3PO sagt Tschüss – die Replik fertigte Roman Güttinger. (Foto Jan Braun/HNF)

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Wir stellen diese Frage, um Menschen von Robotern zu unterscheiden.