Mamma mia! 35 Jahre Super Mario Brothers

Geschrieben am 11.09.2020 von

Neben Pac-Man, Sonic, Donkey Kong, Prinzessin Zelda und Lara Croft zählen sie zu den Megastars im Videospielgeschäft: Mario und Luigi. 1983 traten sie zum ersten Mal gemeinsam auf. Am 13. September 1985 brachte die japanische Firma Nintendo „Super Mario Bros.“ heraus; Projektleiter war Shigeru Miyamoto. Das Spiel war ein Millionenerfolg und ein Meilenstein der Videokultur.

„Mario hat einen prächtigen Schnauzbart und sieht in seiner rotbraunen Latzhose aus wie einer von der Müllabfuhr. Er ist flink zu Fuß. … Doch Marios Marschroute ist gespickt mit Hindernissen: Watschelnde Gänse versperren ihm den Weg, pilzartige Wesen lauern im Hinterhalt und Schwärme von Mörderbienen schwirren heran. Kurz vor einem Etappenziel wartet schließlich ein schrecklicher feuerspeiender Schurke.“

So spannend machte es der SPIEGEL in seiner Ausgabe vom 1. Mai 1989. Mario hieß der Protagonist des Videospiels Super Mario Bros. 2, das damals auf den westdeutschen Markt kam. Der Vorläufer Super Mario Bros. erschien noch unbemerkt vom Nachrichtenmagazin im Herbst 1987. Mario und Bruder Luigi liefen auf dem Nintendo Entertainment System NES, der Konsole des gleichnamigen japanischen Herstellers. Natürlich arbeiteten sie nicht bei der Müllabfuhr, sondern waren Klempner von Beruf.

Im Anfang war Donkey Kong. Oben stehen der Gorilla und das Mädchen, unten läuft der Held in der Latzhose. (Foto daryl_mitchell CC BY-SA 2.0 seitlich beschnitten)

Das Original des Super-Mario-Spiels hieß Sūpā Mario Burazāzu und erlebte die Premiere am 13. September 1985. In Japan steckte man das zugehörige Modul in den Nintendo Family Computer oder Famicom. Der Titelheld war aber schon länger im Videouniversum tätig. Sein erster, noch anonymer Auftritt geschah im Juli 1981 im Automatenspiel Donkey Kong. Dort rettete ein kleiner Kerl mit Schnurrbart und Latzhose ein Mädchen aus der Gewalt eines Gorillas.  Wie man unschwer erkennt, war er ein Nachfahre des Filmaffen King Kong.

Die Fortsetzung Donkey Kong jr. folgte 1982. Jetzt saß der Gorilla in einem Käfig und musste von seinem Sohn, dem Junior des Titels, befreit werden. Das Latzhosenmännchen übernahm die Rolle des Fieslings, der den Affen gefangen hält. Das nächste Spiel stellte alles richtig. Mario Bros. wurde ab Juli 1983 in Japan und Nordamerika verkauft und drei Jahre später in Europa. Es brachte uns die Klempner-Brüder Mario und Luigi, die im Untergrund von New York gegen Tiere, Eiszapfen und Feuerbälle kämpfen.

Super-Mario und seine Schöpfer Takashi Tezuka, Shigeru Miyamoto und Koji Kondo 2015 in Tokio. (Foto Nico Hoffmann CC BY-SA 4.0)

Aus den beiden wurden die Super Mario Brüder; ab dem 13. September 1985 agierten sie auf den Nintendo-Konsolen. Ihre Schöpfer waren die Entwickler Shigeru Miyamoto und Takashi Tezuka, der Programmierer Toshihiko Nakago und der Komponist Koji Kondo. Der 1952 geborene Shigeru Miyamoto zählt zu den ganz Großen der Branche; er hatte bereits Donkey Kong und Mario Bros. entworfen. Miyamoto, Tezuka und Kondo setzten die Zusammenarbeit bei der Legende von Zelda fort, die 1986 ein weiterer Hit für Nintendo wurde.

Super Mario Bros. gilt als eines der besten und einflussreichsten Videospielen. Technisch gehört es zu den Side-Scrollern, bei dem sich der Untergrund unter der Figur oder dem Fahrzeug verschiebt. Das Prinzip gab es schon vorher, etwa 1982 bei der Moon Patrol, doch Mario und Luigi erreichten einen ästhetischen Höhepunkt. Wie es scheint, blieben im Nintendo-Archiv einige Dokumente der Entwickler erhalten. Das Video mit Shigeru Miyamoto und Takashi Tezuka bietet schöne Einblicke in die Entstehung ihres Spiels.

Das Nintendo Entertainment System für Acht-Bit-Spiele kam 1986 nach Europa.

Aus dem schon erwähnten SPIEGEL-Artikel erfahren wir, dass die Hamburger Spielzeug-Importfirma Bienengraeber die Mario-Brüder in die Bundesrepublik brachten. Das geschah ab September 1987. In Nordamerika waren sie bereits im vierten Quartal 1985 zu haben; den US-Gamern gaben sie nach der großen Videospielkrise von 1983 wieder einen Lebenssinn. Bei uns wurden im Jahr 1988 rund 100.000 NES-Boxen abgesetzt, jede zu einem Preis von etwa 250 DM. Die Spielkassette mit Mario und Luigi kostete um die 80 DM.

Weltweit wurden von den Super Mario Bros. 40 Millionen Module verkauft. 20 Millionen Exemplare gingen ab 1990 von der Super Mario World über den Ladentisch. Sie bescherte den Nintendo-Fans eine dritte positive Hauptfigur, den grünen Dinosaurier Yoshi. Weniger Erfolg war dem Super-Mario-Film von 1993 beschieden. Er spielte noch nicht einmal die Produktionskosten ein. Der Klempner wurde durch den englischen Schauspieler Bob Hoskins verkörpert; er sprach später von der schlimmsten Rolle seiner Karriere. Mamma mia, um Mario und Luigi zu zitieren.

Unser Eingangsbild mit den zwei Brüdern nahm der schwedische Fotograf Peter Hellberg auf (CC BY-SA 2.0 seitlich beschnitten).

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