Der fegende Roboter

Geschrieben am 26.10.2018 von

Es ist soweit! Heute Abend eröffnet das HNF den neuen Ausstellungsbereich “Mensch, Roboter!“ über das Leben mit Künstlicher Intelligenz und Robotik. Ab 27. Oktober ist er zu den normalen Öffnungszeiten zugänglich. Ein Star der Ausstellung ist Beppo. Geboren wurde er als Industrieroboter IRB 6620, doch ein Besen macht ihn zum Mittler zwischen Mensch und Maschine.

Roboter im modernen Sinne gibt es seit etwa 1930; die Künstliche Intelligenz oder KI erscheint als Begriff 1956. Seither war das Interesse an diesem Gebiet der Informatik mal größer und mal kleiner. Heute ist KI aber ein Topthema und wird es noch eine Weile bleiben. Die neue HNF-Abteilung „Mensch, Roboter!“ passt also genau zu den Diskussionen der Öffentlichkeit und den Plänen der Politik. Sie liegt im zweiten Obergeschoss neben der Mediengeschichte und behandelt Künstliche Intelligenz und Robotik.

Zu den Stars der Abteilung zählt Beppo; in der Glasbox ist er unübersehbar. Er begann seine Existenz als Industrieroboter IRB 6620 der ABB Automation GmbH Friedberg. Die Systeme des Typs IRB 6620 dienen meist als – wir zitieren das Datenblatt – Punktschweiß- und Handhabungsroboter in Automobilwerken. Sie können stehend, geneigt, hängend oder auf einem Sockel montiert werden.

Beppo blieb das harte Leben in der Fabrik erspart. Der Frankfurter Programmierer Sven Thöne verwandelte den Industrieroboter in eine Kunstmaschine. Thöne studierte zwischen 1988 und 2000 Informatik, Psychologie und Medizin in Darmstadt und Frankfurt. 1996 produzierte er mit dem Medienkünstler Christian Möller die Aufsehen erregende Videoinstallation „The Virtual Backbone“. Sie hatte mit dem Innenleben eines Menschen zu tun, für Details bitte die zugehörige Internetseite konsultieren.

Den ersten Roboterbesen beschrieb Johann Wolfgang Goethe 1797 in der Ballade vom Zauberlehrling.

Nach der Jahrtausendwende entdeckte Sven Thöne dann die Robotik. Für Christian Möller programmierte er Robotersysteme in Los Angeles und Singapur. 2014 arbeitete er in Dresden mit dem amerikanischen Choreographen William Forsythe zusammen. Dabei ging es um zwei Maschinen, die in der Kunsthalle des Lipsiusbaus große schwarze Fahnen schwenkten. Das Endresultat ist im Film festgehalten. Im Making-of-Video zum Projekt erscheint Sven Thöne ab Minute 3:58.

In der HNF-Ausstellung kam Thöne ohne einen Choreographen aus. Er ließ sich durch den Clown Emmett Kelly inspirieren. Kelly ist bei uns nicht so bekannt, er zählte jedoch zu den Großen der amerikanischen Zirkuswelt. In den 1930er-Jahren schuf er die tragikomische Figur des „müden Willie“. Sein populärstes Stück war der Kampf mit dem Besen gegen einen Lichtfleck, den ein Scheinwerfer in der Manege erzeugte. Hier ist die Nummer filmisch überliefert.

Auch Roboter Beppo agiert mit einem Besen. In seiner Glasbox liegt rotes Granulat, das er in Reih und Glied bringen will. Wenn sich nun ein Besucher nähert, hält Beppo an. Er wendet sich dem Besucher zu und versucht, mit ihm zu kommunizieren. Knifflig wird es, wenn zwei oder mehr Zuschauer vor der Box stehen. Dann schaltet sich an der Decke ein Leuchter ein und strahlt einen hellen Fleck auf den Boden. Alles Weitere kann man am besten in der Abteilung „Mensch, Roboter!“ erleben. Die Fotos unten bieten eine kleine Vorschau.

Roboter sehen dich an. Der Herr links ist Auge in Auge mit einem Lego-Mindstorms-Modell.

Wir machen Musik. „KI“ und das englische „AI“ kann man auch ganz anders interpretieren.

Vier gewinnt, einer verliert. Ein kleiner Tipp: Starten in der Mitte erhöht die Gewinnchance.

Ich will hier raus. Die Maus im Labyrinth ist ein KI-Klassiker von Claude Shannon.

Dalli, dalli. Der Desktop-Roboterarm aus der Serie DOBOT Magician hat es eilig.

Der beißt nicht, der will nur spielen. Ein eindrucksvolles Mitglied der Lauron-Familie.

Kleiner Roboter, nicht traurig sein. Der Floka-Kopf aus dem CITEC-Projekt der Uni Bielefeld.

Ordnung muss sein. Noch einmal Beppo mit dem Besen.

Herzlich willkommen. Die Maschinenmenschen des HNF freuen sich auf Ihren Besuch.

 

 

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