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IBM PC Convertible – der Laptop von Big Blue

Geschrieben am 10.04.2026 von

Ein Convertible ist in Amerika ein Cabrio, also ein Auto, dessen Dach man herunterklappen und zusammenfalten kann. Den gleichen Namen gab IBM einem Computer, den sie vor 40 Jahren, am 2. April 1986, auf einer Messe in Los Angeles vorstellte. Der PC Convertible, auch bekannt als IBM 5140, war der erste Laptop der Firma.

Das nennt man Optimismus. Als IBM 1975 den mit viel Mühe tragbaren IBM 5100 auf den Markt brachte, bezeichnete das Unternehmen ihn trotz eines Gewichts von 25 Kilogramm als Portable Computer. Besser passte 1984 der Ausdruck Portable PC auf den IBM 5155. Der Rechner enthielt den Mikroprozessor Intel 8088, einen integrierten Monitor und neben ihm ein oder zwei Diskettenlaufwerke. Sein Gewicht betrug knapp vierzehn Kilogramm.

Nur sechs Kilogramm sind für das Modell 5140 überliefert. Der IBM PC Convertible erschien am 2. April 1986 auf der Technikmesse Comdex in Los Angeles. Er war der erste IBM-Laptop und kostete in der Grundversion 1.995 Dollar. Sein Bildschirm ließ sich abnehmen und ein Monitor anschließen; hinten konnte man einen Drucker anfügen. Die Wandlungsfähigkeit mag zum Namen geführt haben, der sonst nur von Autos – ein Convertible ist ein Kabriolett – und im Möbelbau bekannt ist; hier steht das Wort für ein Klappsofa.

Der IBM Portable PC aus dem Jahr 1984 (Foto Peter Böhm CC BY 4.0 seitlich beschnitten)

Im Inneren des PC Convertible steckten der Intel-Prozessor 80C88, ein Verwandter des 8088, und Speicherchips von 256 bis 640 Kilobyte. Der Rechner besaß zwei Laufwerke für die neuen Dreieinhalb-Zoll-Disketten; eine Festplatte fehlte. Der monochrome Monitor zeigte 25 Zeilen für 80 Zeichen oder entweder 640 mal 200 oder 320 mal 200 Pixel an. Das Design entwarf der in München geborene und in Mailand tätige Formgestalter Richard Sapper. Der in der Mitte des Geräts montierte schmale Bildschirm war 1986 aber keine neue Idee mehr.

IBM vertraute den scharfen Augen der User; einen Monitor mit Hintergrundbeleuchtung hatte erst das dritte Modell der Convertible-Flotte, das im Oktober 1987 vorlag. Es kostete nur 1.695 Dollar, denn der Hersteller musste erkennen, dass das Laptop-Geschäft schwierig war. Die Konkurrenz – zu nennen sind Tandy, Toshiba und Zenith – brachte billigere und bessere Produkte hervor. Eine Marktbeherrschung erreichte Big Blue trotz Preissenkungen nie; im August 1989 endete die Produktion des IBM 5140. Die Fachpresse nannte ihn ein dismal failure.

IBM PC Convertible mit Drucker (Foto Chistos Vittoratos CC BY-SA 3.0 seitl. beschnitten)

Bei den tragbaren Computern blieben der Firma nur der im Mai 1989 eingeführte PS/2 P70 und sein Nachfolger P75 vom November 1990. Sie verfügten über Plasma-Bildschirme; die Preise lagen bei 7.695 und 15.990 Dollar. Über die PS/2-Familie und ihre Probleme schrieben wir schon im Blog; das HNF ist stolzer Besitzer eines P70. Auf ihn folgte im März 1991 wieder ein echter Laptop, das PS/2 Model L40 SX. Mit einem Preis von 5.995 Dollar war es recht teuer, bis Anfang 1993 setzte Big Blue dennoch mehr als 150.000 Stück ab.

1992 kam der Laptop PS/2 Model CL57 SX mit Farbbildschirm heraus der aber am Markt durchfiel. Schon 1991 stellte IBM Japan das Modell PS55/Note vor. Das Notebook wurde ein Jahr später ebenso in den USA angeboten. Ein weltweiter und immer noch andauernder Erfolg war der im April 1992 präsentiert ThinkPad; die ersten Mitglieder der Familie gingen im Oktober 1992 in die Läden. Der pechschwarze Laptop entstand gleichfalls in Japan, am Design wirkte wieder Richard Sapper mit. Das HNF besitzt einen ThinkPad Baujahr 1997.

Der ThinkPad griff den alten IBM-Slogan „Think“ auf.

Wir schließen mit zwei historischen Werbespots zum IBM PC Convertible, bitte diesen und diesen Link anklicken. Im zweiten Video steuert die Charlie-Chaplin-Figur ein richtiges Convertible, einen Cord 812 Supercharged aus den späten 1930er-Jahren. Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben! Hinweisen möchten wir noch darauf, dass das Wort Convertible inzwischen eine neue Bedeutung annahm, es bezeichnet heute eine Kombination von Notebook- und Tablet-Computer.

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