Kosmos und Technik: Das war Isaac Asimov

Geschrieben am 27.12.2019 von

Isaac Asimov zählt zu den populärsten Wissenschaftsautoren der Welt. Geboren wurde er vor hundert Jahren in Russland, als kleines Kind kam er in die USA. 1939 erschien seine allererste Science-Fiction-Story; als er 1992 starb, trugen rund fünfhundert Bücher seinen  Namen. Berühmt sind die Erzählungen und Romane über Roboter; sie brachten uns auch die drei Robotergesetze.  

Der genaue Geburtstag ist unbekannt. Wir wissen nur, dass Isaac Asimov zwischen dem 4. Oktober 1919 und dem 2. Januar 1920 zur Welt kam. Der Ort war Petrowitschi südlich von Smolensk, nahe der heutigen Grenze zwischen Russland und Weißrussland. Am Datum von Weihnachten – wurde er vorher oder nachher geboren? – können wir uns nicht orientieren, denn das feiern die Russen am 7. Januar. Außerdem gehörten die Asimovs zum Judentum.

Vater Judah Asimov war Müller, der in seiner Heimat gut verdiente. 1923 emigrierte er mit Frau und Sohn nach Amerika, wo schon ein Verwandter wohnte. Er baute sich in New York eine neue Existenz auf; eine Zeitlang betrieb er einen Süßwarenladen, der auch Zeitschriften verkaufte. Hier lernte der junge Isaac Asimov die gerade erfundenen Science-Fiction-Magazine kennen und lieben. Es kam, wie es kommen musste: Er schloss sich dem örtlichen Fanclub an und begann selbst zu schreiben.

Isaac Asimov im Jahre 1965.

Im März 1939 stand sein Erstling Marooned off Vesta in den „Amazing Stories“. Es folgte Geschichte auf Geschichte; bald gehörte er zu den besten Autoren des Genre. Daneben verfolgte Asimov seine akademische Karriere. Nach der High School studierte er Chemie; 1941 machte er seinen Master. Im Krieg arbeitete er auf einem Flugplatz der US-Marine in Philadelphia. Danach setzte er, unterbrochen durch den Militärdienst, sein Studium fort. 1948 promovierte er; anschließend lehrte er Biochemie an der Universität von Boston.

Ab 1958 widmete sich Isaac Asimov nur der Schriftstellerei. Im irrwitzigen Tempo strömten Science Fiction und Sachliteratur aus seiner elektrischen Schreibmaschine. 1977 überlebte er einen Herzinfarkt, 1983 war eine Bypass-Operation fällig. Bei der Bluttransfusion zog er sich den AIDS-Virus zu. Er starb am 6. April 1992 an den Spätfolgen der Infektion. Im Laufe seines Lebens veröffentlichte Isaac Asimov rund fünfhundert Bücher. Neben Arthur C. Clarke und Stanislaw Lem zählt er zu den Giganten der Science-Fiction im 20. Jahrhundert.

In den Siebzigern ließ Asimov den Backenbart wachsen, der sein Erkennungszeichen wurde.

In die Technikgeschichte gingen seine Robotergesetze ein; sie enthalten die ethischen Grundsätze von intelligenten Maschinenmenschen. Asimov entwickelte sie in Stories, die zwischen 1940 und 1950 zumeist in der Zeitschrift „Astounding“ erschienen. Sie wurden dann im Roman I, Robot gebündelt. Im Jahr 1952 gab der Düsseldorfer Karl Rauch Verlag die deutsche Ausgabe „Ich, der Robot“ heraus. Unser Eingangsbild zeigt die früheste Fassung der drei Regeln; sie findet sich auf Seite 43 des Buchs.

In den 1950er-Jahren brachte Asimov die Romane „Der Mann von drüben“ und „Die nackte Sonne“ zu Papier. Zentrale Figur ist der Roboterdetektiv R. Daneel Olivaw. 1976 entstand „Der Zweihundertjährige“; dort verwandelt sich ein Roboter in einen Menschen. Die Geschichte wurde 1999 mit Robin Williams in der Hauptrolle verfilmt. Es konnte nicht ausbleiben, dass Isaac Asimov für Computer warb. In den frühen Achtzigern sah man ihn in Anzeigen der Firma Radio Shack, auch bekannt als Tandy Corporation.

Was wäre Science Fiction ohne die Roboter: Magazincover Analog Science Fiction and Fact, November 1975 (© Vincent Di Fate und Penny Publications / Dell Magazines, 2019, Leihgeber und Foto: Maison d’Ailleurs, Schweiz / Agence Martienne)

Asimov schrieb aber nicht nur über Roboter. Seine Erzählung Nightfall von 1941 – sie gilt heute als ein Science-Fiction-Klassiker – spielt in einem fernen Sternensystem. Auf einem Planeten des Systems wird es nach zweitausend Jahren für kurze Zeit Nacht. Wie reagieren die Bewohner darauf? Von 1942 an arbeitete Asimov an kosmischen Kurzgeschichten, aus denen die Foundation-Trilogie wurde. Später verband er sie mit seinen Roboterfiktionen zum Foundation-Zyklus und schuf eine grandiose galaktische Zukunftsschau.

Wer Isaac Asimov auf dem Höhepunkt seines Schaffens erleben möchte, sollte sich den Film von 1971 anschauen. Wer mehr über künstliche Menschen in der Literatur wissen will, dem empfehlen wir die Ausstellung I was a Robot; das Museum Folkwang in Essen zeigt sie auf 800 Quadratmetern noch bis zum 15. März 2020. Roboter aller Formen und Farben gibt es im HNF in der Abteilung Mensch, Roboter!. Und wer genau hinschaut, entdeckt auch knallbunte Science-Fiction-Hefte aus Isaac Asimovs Zeiten.

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