Happy Birthday, Bill Gates

Geschrieben am 28.10.2015 von

Der vorige Beitrag brachte den armen Poeten, das berühmte Bild von Carl Spitzweg, jetzt kommt der reichste Mann der Welt, Bill Gates, Gründer und langjähriger Leiter von Microsoft. Er feiert am 28. Oktober den 60. Geburtstag. Seine Firma bescherte uns die Betriebssysteme der Marke Windows, viele Text- und Büroprogramme und auch einen beliebten Flugsimulator.

Sein korrekter Name lautet William Henry Gates III, aber die Welt kennt ihn als Bill Gates. Geboren wurde er heute vor 60 Jahren in Seattle, der größten Stadt des US-Bundesstaates Washington, als Sohn des Anwalts William Henry Gates II (klar) und seiner Frau Mary. Schon als Teenager schrieb Bill Programme für den Schulcomputer. Mit 17 Jahren gründete er mit zwei Freunden eine Firma für Verkehrszählungen, die einen Rechner mit dem gerade erfundenen Mikroprozessor Intel 8008 nutzte.

1973 begann Bill Gates ein Mathematikstudium in der Harvard-Universität, unterbrach dieses aber Anfang 1975, nachdem sein Freund Steve Allen ein Technikmagazin gelesen hatte, das den neuen Mikrocomputer Altair 8800 schilderte. Zusammen mit einem anderen Studenten, Monte Davidoff, schrieben Gates und Allen eine Software, die dem Altair die Fähigkeit verlieh, BASIC-Programme auszuführen. Diese Software boten sie Ed Roberts an, dem Chef der Firma MITS, die den Computer in Albuquerque im Bundesstaat New Mexico baute.

Roberts akzeptierte und stellte Allen als Software-Leiter ein, während Bill Gates noch Student blieb. Im April 1975 gründete er mit Allen eine Personengesellschaft namens Micro-Soft. Im Januar 1976 wandte er sich zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. In einem „Offenen Brief an die Hobbyisten“, der in mehreren Zeitschriften stand, beklagte er bitter das illegale Kopieren und kostenlose Weitergeben seiner BASIC-Software in der schnell wachsenden Mikrocomputer-Szene.

1976 verließ Bill Gates Harvard und ging nach Albuquerque, wo Microsoft ohne Bindestrich die Arbeit aufnahm. Ein Foto vom Dezember 1978 zeigt die komplette Belegschaft des Softwarehauses: Bill Gates ist der junge Mann in der linken unteren Ecke, Paul Allen sitzt rechts unten. Recht bekannt ist auch ein Polizeifoto, das ein Jahr zuvor nach einer wohl nicht sehr schweren Verkehrssünde entstand. Anfang 1979 packten er und seine Kollegen aber ihre Sachen und zogen mit der Firma zurück nach Seattle.

Hier kam es 1980 zu einer schicksalhaften Begegnung, als Abgesandte des Computerherstellers IBM bei Bill Gates anklopften, um über ein Betriebssystem für den geplanten Mikrorechner IBM PC zu sprechen. Man einigte sich, und Microsoft erstellte aus einer bei dem ortsansässigen Programmierer Tim Paterson zugekauften Software das PC DOS oder Personal Computer Disk Operating System. Als MS-DOS durfte Microsoft das Produkt leicht abgeändert auch anderen Hardware-Firmen anbieten.

Von 1981 an dominierte der IBM PC den Markt der Mikrocomputer und führte zur Geburt von vielen „IBM-Kompatiblen“, auf denen die für den PC geschriebenen Anwendungsprogramme ebenfalls liefen. Voraussetzung dafür war ein Microsoft-Betriebssystem, was zu dem geradezu märchenhaften Aufstieg der Firma führte. Wir überspringen die Anfangszeit; für das am 30. Juni endende Geschäftsjahr 2015 gab Microsoft, das seit 1986 an der Börse notiert ist, einen Umsatz von 93,6 Milliarden Dollar und einen Reingewinn von 18,2 Milliarden Dollar an.

Nach den erfolgreichen PC DOS und MS-DOS brachte Bill Gates weitere wichtige Betriebssysteme und Anwendungsprogramme heraus, so die Textverarbeitung Word (1983), die Erstausgabe von Windows (1985), Microsoft Office (1990), Windows NT (1993), Windows 95 und den Browser Internet Explorer (1995). 1982 erschien der allererste Microsoft-Flugsimulator, 2001 die Spielkonsole Microsoft Xbox. Zu diesem Zeitpunkt war Gates nur noch „Chief Software Architect“ der Firma, den Chefsessel hatte er schon 2000 seinem Freund Steve Ballmer überlassen.

Am 7. Juni 2007 machte Bill Gates mit Verspätung seinen Uni-Abschluss – er erhielt den Ehrendoktor von Harvard – und am 27. Juni 2008 räumte er sein Büro im Microsoft-Stammsitz Redmond, einem Vorort von Seattle. Seitdem kümmert er sich vor allem um seine Familie und um die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, die größten Privatstiftung der Erde, die Projekte in Landwirtschaft, Medizin und Bildung fördert. Außerdem ist er, wir sagten es schon, der reichste Mann der Welt mit einem Vermögen von 79 Milliarden Dollar.

Vor zwanzig Jahren, 1995, trat Bill Gates bei der CeBIT in Hannover auf und traf hinter den Kulissen Computerpionier und Freizeitmaler Konrad Zuse, der ihm sein Portrait überreichte. 2003 wurde Gates bei einem anderen Deutschlandbesuch von Norbert Ryska interviewt, einem der Geschäftsführer des HNF. Unten erinnern wir mit Fotos an diesen bemerkenswerten Termin. Hier und heute bleibt uns nur noch, William Henry Gates III alles Gute zum 60. Geburtstag zu wünschen.

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Eingangsbild: DFID – UK Department for International Development, CC BY 2.0

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