Vor zwanzig Jahren: Der iPod ist da

Geschrieben am 22.10.2021 von

iMac, iBook, iPhone, iPad – die Geschichte von Apple kennt allerhand Produkte, deren Namen mit einem „i“ beginnen. Am 23. Oktober 2001 stellte Apple-Chef Steve Jobs den iPod vor. Dabei handelte es sich um ein tragbares Gerät, das Musikdateien im MP3-Format speicherte und wiedergab. Sein Design machte Anleihen bei einem deutschen Transistorradio aus den 1950er-Jahren. 

Es begann mit dem Walkman. Im Juli 1979 wurde er von der Firma Sony in Japan verkauft, danach eroberte er Amerika und Europa. Das tragbare Abspielgerät für Audiokassetten arbeitete mit analoger Technik, 1984 kam der Sony-Discman für digitale CDs. Im Frühjahr 1998 erschien der MPMan aus Südkorea. Er legte Musikstücke in einem Flash-Speicher ab. Dazu musste man sie ins datensparende MP3-Format umwandeln. Selbiges war, wie man weiß, eine Erfindung aus Deutschland.

Auf den MPMan folgten schnell weitere mobile MP3-Player. So fertigte die Firma Pontis den MPlayer3 in Schwarzenfeld/Oberpfalz. In Kalifornien schuf der Hersteller Diamond Multimedia den Rio PMP300. Im Dezember 2000 brachte Archos – das Unternehmen sitzt in der Nähe von Paris – die Jukebox 6000 heraus. Sie wies eine Festplatte mit zweieinhalb Zoll oder 6,35 Zentimeter Durchmesser auf, die sechs Gigabyte fasste; über den Daumen gepeilt entsprach das über tausend Songs.

Fürs Fitness-Studio: ein MP3-Player der Firma Archos (Foto Surfit CC BY-SA 2.5)

Am Dienstag, dem 23. Oktober 2001, war bei der Firma Apple im kalifonischen Cupertino eine Produktvorstellung angesetzt. Die Presse rätselte, was gezeigt werden würde. Die „Financial Times“ rechnete mit einem persönlichen digitalen Assistenten; etwas näher an der Wahrheit lag das Magazin „Wired“. Es sagte in einer Meldung einen MP3-Player voraus und wusste sogar den Namen: iPod. Ein Pod ist eine Hülse, Schote oder Fruchtkapsel und in der Technik eine Umhüllung oder Verkleidung, etwa für ein Düsentriebwerk.

Des Rätsels Lösung verkündete Apple-Chef Steve Jobs in seiner Präsentation. Er erläuterte zu Beginn medientechnische Programme wie iMovie oder iTunes, die er als Bestandteile eines umfassenden Systemangebots sah. Ab Minute 12:00 sprach er über den Markt der digitalen Musik-Player; es gäbe aber keinen „market leader“. Bei Minute 14:30 ließ Jobs die Katze aus dem Sack. Zitat: „iMac – iBook – iPod.“ Ersteren haben wir im Blog behandelt, iBook hieß Apples Notebook. Der iPod war das neue Produkt, der prophezeite MP3-Player.

Der erste iPod. Am Einstellrädchen sitzen vier Drucktasten; oben ist das Display.

Er war weiß wie Schnee und maß sechs mal zehn Zentimeter. Im Inneren rotierte wie bei der Jukebox eine Festplatte; sie hatte nur einen Durchmesser von 4,6 Zentimetern. Dennoch passten fünf Gigabyte drauf oder rund eintausend Musiktitel bei einer Datenrate von 160 Kilobit pro Sekunde. Sie ließen sich in zehn Minuten hochladen und anschließend zehn Stunden lang anhören, so ausdauernd war die Batterie. Steve Jobs nannte den iPod „ultra-portabel“ und versenkte ihn mit leichter Hand in der Hosentasche.

Das technische Konzept des iPod stammte vom Ingenieur Tony Fadell und der kalifornischen Firma PortalPlayer. Das Äußere war ein Glanzstück von Apples Chefdesigner Jonathan Ive; der Stil strahlte später auf das iPhone aus. Bei der Gestaltung des MP3-Players ließ sich Ive wahrscheinlich durch ein deutsches Erzeugnis inspirieren, das Transistorradio T3 von Braun. Im Entwurf seines Kollegen Dieter Rams entdecken wir bereits das iPod-Einstellrädchen. Das T3 wie der iPod befinden sich inzwischen im Museum of Modern Art in New York.

Das Modell iPod shuffle ohne Display kam 2005 in den Verkauf.

Vor zwanzig Jahren kostete der iPod 399 Dollar; bei uns war er 2002 für 532 Euro zu haben. Im gleichen Jahr erschien  die zweite Generation, die man an Windows-Geräte anschließen konnte. In der Folgezeit entstanden Weiterentwicklungen und Abwandlungen. Im Handel ist 2021 noch die siebte Generation des Modells iPod touch, dessen Design dem iPhone folgt. Man darf sagen, dass der iPod die Kategorie des MP3-Players etablierte. Zweitens war er ein kaum zu überschätzender Beitrag zum Apple-Aufschwung im 21. Jahrhundert. In den Jahren 2007 bis 2010 wurden weltweit jeweils über 50 Millionen Stück verkauft.

Zum Schluss wollen wir an ein weiteres Apple-Jubiläum erinnern. Vor dreißig Jahren, am 21. Oktober 1991, kamen der Macintosh PowerBook 100 sowie die ganz ähnlichen Typen 140 und 170 heraus. Die drei Computer waren die ersten mit einer Ruhefläche vor der Tastatur; nach und nach zog sie auf jedes Notebook und jeden Laptop ein. Unser Eingangsbild zeigt den iPod und Steve Jobs; es wurde allerdings nicht 2001, sondern 2007 aufgenommen (Foto Nobuyuki Hayashi CC BY 2.0 seitlich beschnitten).

Apple Macintosh PowerBook 100 von 1991

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