Happy Birthday, Microsoft!

Geschrieben am 04.04.2025 von

Am 4. April 1975 schlossen der neunzehnjährige Bill Gates und sein Freund, der 22 Jahre alte Paul Allen, eine geschäftliche Partnerschaft in Albuquerque im US-Staat New Mexico. Sie erhielt den Namen Micro-Soft; später verschwand der Bindestrich. Im nächsten halben Jahrhundert wurde das Unternehmen, das 1978 dreizehn Köpfe zählte, zur größten und einflussreichsten Softwarefirma der Erde.

Einst gehörte der Ort zum spanischen Kolonialreich und dann zu Mexiko; 1827 hatte er 2.547 Einwohner. 1846 wurde Albuquerque amerikanisch, 1912 lag die Stadt im neu geschaffenen Bundesstaat New Mexico. 1975 lebten hier etwa 300.000 Menschen. Am 4. April des Jahres vereinbarten zwei junge Computer-Nerds in Albuquerque den Start eines Unternehmens zur Lieferung von Software. Das geschah recht informell in Form einer Partnerschaft; bei uns sagt man meist Personengesellschaft.

Wir sprechen natürlich von Bill Gates, Paul Allen und der Firma Micro-Soft, damals noch mit Bindestrich. Die jungen Leute waren befreundet und stammten aus Seattle im Nordwesten der USA. Gates wurde 1955 geboren, 1975 studierte er Mathematik und Informatik an der Harvard-Universität. Allen kam 1953 zur Welt; er arbeitete als Programmierer in Boston. Nach Albuquerque führte die beiden ein Auftrag der Firma MITS, Hersteller des Kleincomputers Altair 8800. Die Partnerschaft sollte ihn mit der Sprache BASIC versorgen.

Das Foto entstand Ende 1978 in Albuquerque und zeigt elf der dreizehn Mitarbeiter. Vorne: Bill Gates, Andrea Lewis, Marla Wood, Paul Allen. Zweite Reihe: Bob O’Rear, Bob Greenberg, Marc McDonald, Gordon Letwin. Oben: Steve Wood, Bob Wallace und Jim Lane. Bitte zum Vergrößern anklicken! (Foto Microsoft Corporation)

Paul Allen erhielt eine Stelle bei MITS, Bill Gates pendelte bis 1976 zwischen Harvard und Albuquerque. Ihre erste Dienstadresse befand sich neben dem Haus des Auftraggebers; heute ist dort eine Gedenktafel. Die erste Nachricht von ihrer Sprache stand am 7. April 1975 im Newsletter von MITS. Micro-Soft wurde langsam größer und Ende 1976 zu Microsoft ohne Bindestrich; im gleichen Jahr bezog die Firma die achte Etage eines Hochhauses. 1977 gab es ein zweites Produkt, Fortran-80. 1978 eröffnete Microsoft ein Verkaufsbüro in Japan.

Der Umsatz knackte 1978 die Millionengrenze. Am Jahresende wurden in Albuquerque die Sachen gepackt; ab dem 1. Januar 1979 saß die Firma in Bellevue, dem östlichen Nachbarort von Seattle. 1980 fand ein schicksalhaftes Treffen mit Abgesandten der IBM statt. Am 12. August 1981 erschien der IBM PC mit einem Betriebssystem von Microsoft. Es basierte auf der zugekauften Software eines Programmierers aus Seattle. Leicht abgewandelt lief es in den vielen IBM-kompatiblen Computern. Damit schoss der Umsatz von Bill Gates in die Höhe.

Das Firmengelände 1989 in Redmond (Foto Microsoft Corporation)

Schon im Juni 1981 wurde Microsoft zur Microsoft Corporation Inc. Es folgten die bekannten Erzeugnisse wie Word, Windows, Excel, Paint, Windows 95, Internet Explorer und mehr. Dazu kamen die Mäuse, der Flugsimulator und die Xbox. Bei den Betriebssystemen ist inzwischen Windows 11 erreicht.  1986 ging Microsoft an die Börse; im Geschäftsjahr 2023/24 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 245,12 Milliarden Dollar und 88,14 Milliarden Dollar Reingewinn. Seit 1986 befindet sich der Hauptsitz in Redmond nordöstlich von Bellevue.

Paul Allen verließ 1983 aus Gesundheitsgründen die Firmenspitze, er starb 2018 in Seattle. Zum zweiten Mann nach Bill Gates avancierte der 1956 in Detroit geborene Steve Ballmer. Im Jahr 2000 stieg er zum Chef des Unternehmens auf, Bill Gates wurde zum „Chief Software Architect“. 2001 überstand Microsoft einen jahrelangen Antitrust-Prozess, der beinahe zur Aufspaltung geführt hätte; es schlossen sich noch Bußgeld-Verfahren der Europäischen Union an. 2008 schied Bill Gates aus der Firma aus, seit 2014 leitet sie Satya Nadella.

Drei Amigos: Bill Gates, Satya Nadella und Steve Ballmer. Anklicken macht sie etwas größer. (Foto Microsoft Corporation)

1983 startete in Unterschleißheim die Microsoft Deutschland GmbH. Sie saß zuerst in der Edison- und dann in der Konrad-Zuse-Straße; hier entstand unser Eingangsbild. 2016 zog sie nach München um. In der Zentrale und sechs Regionalbüros – eines ist in Berlin – arbeiten über dreitausend Menschen. Sie und die übrigen 225.000 „Microsofties“ feiern in diesen Tagen den 50. Geburtstag der Mutterfirma, und wir gratulieren ebenfalls. Zur Feier des Tages empfehlen wir den Spielfilm Pirates of Silicon Valley, in dem auch Bill Gates auftritt.

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