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Wir spielen Quantencomputer

Geschrieben am 31.07.2026 von

Im Mai installierte das HNF im zweiten Obergeschoss ein Videospiel wie aus der alten Arcaden-Zeit. Quantum Quest steht links hinter dem Eingang zur Abteilung über die Quantencomputer. Es stammt von der Organisation Imaginary und führt in die Grundlagen der Quantenphysik und der gleichnamigen Computer ein. Wir sahen uns die Ausgabe des Spiels fürs Internet an.

Der Quantencomputer wurde 1981 vom amerikanischen Physiker Richard Feynman erfunden, wir haben die Prinzipien in unserem Blog erläutert. Die wissenschaftliche Basis bildet die vor rund hundert Jahren entwickelte Quantentheorie. Schon 1982 brachte die Firma Atari einen Arcaden-Automaten Quantum heraus, hier geht es zu einem Video.

In der Folgezeit entstanden weitere Computerspiele über Quanten, Quantentheorie und Quantencomputer; das ist ein Übersichtsartikel aus dem Jahr 2025. Die Physikerin Sabine Hossenfelder besprach einige 2022 auf ihrem YouTube-Kanal, andere findet man, wenn man nach „quantum mechanics game“ oder „Quantentheorie Spiele“ googelt. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft erstellte ein Quanten-Kartenspiel nach dem Tabu-Prinzip, und es existiert auch ein Quanten-Schach.

Auf zur Quantenjagd im HNF! Die bunten Kugeln sind durch die Bloch-Sphäre inspiriert.

2025 präsentierte die Organisation Imaginary – sie schuf 2008 das geniale Mathematik-Programm Surfer – auf der Kölner Gamescon zwei Spiele zum Quantencomputer. Sie waren Spielhallen-Automaten nachempfunden; Qaboom erinnerte an Tetris, während Quantum Quest die nahe Zukunft zeichnete. Die Hauptfigur muss Aufgaben lösen und lernt so die neue Rechentechnik kennen. Das englische Wort „Quest“ meint die Suche oder das Streben nach einem Ziel, „Quantum Quest“ lässt sich vielleicht mit Quantenjagd übersetzen.

Das Spiel steht seit Ende Mai in der Quantencomputer-Ausstellung des HNF im zweiten Stock, es ist oben in unserem Eingangsbild zu erkennen. Die Besucher spielen es natürlich kostenlos. Das zentrale Strichmännchen – es mag auch ein Weibchen sein – trägt ein gelbes Hemd und wird per Joystick gesteuert; daneben gibt es eine Aktionstaste. Imaginary bietet Quantum Quest ebenso im Netz an, so dass man schon üben kann. Die Online-Version haben wir uns näher angeschaut, es folgen nun Tipps und Tricks zur Bedienung.

Startbild von Quantum Quest (Foto IMAGINARY gGmbH CC BY-SA 4.0)

Nach dem Aufruf der Quantum-Quest-Seite die Taste mit dem Konsonanten „l“ betätigen, dann erscheint der deutsche Text des Spiels. Danach die Bitte um Knopfdruck mit der Leertaste erfüllen, der Rest sollte einfach sein. Das Startbild des Spiels zeigt die Hauptfigur im gelben Hemd und weiter unten eine Aufforderung zum Interagieren. Ihr kann man auf verschiedenen Wegen nachkommen, wir wählen einmal als ersten Gesprächspartner den Postbeamten mit dem Ausrufezeichen. Die Figur muss in seine Nähe gelangen, aber wie?

Unsere Gestalt bewegen wir mit den Pfeilen vorn in der Tastatur. Wir empfehlen mehrere Versuche nach oben und unten sowie nach rechts und links; das Programm braucht eine Weile zum Warmwerden, später geht alles am unteren Rand des Bildes recht flott. Beim Treffen mit einer anderen Figur startet ein Druck auf die Leertaste den Dialog; ein kleines Dreieck lädt zur Antwort per Leertaste ein. Die Antworten unserer Figur stehen jeweils unten, zwei oder drei übereinander können wir mit der Pfeiltaste durchgehen und die gelb unterlegte Replik mit der Leertaste abschicken.

Der Postbeamte spricht mit der Hauptfigur (Foto IMAGINARY gGmbH CC BY-SA 4.0)

Wir weisen noch darauf hin, dass die Partnerfiguren nicht nur helfen, sondern weitere Aufträge äußern. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, zunächst einfach herumzulaufen und die Stationen auszuprobieren. Eine Spielrunde dauert fünfzehn Minuten und kann beliebig fortgesetzt werden. Am Ende verkündet das Programm, was wir lernten, zum Beispiel das Shor-Verfahren oder den Grover-Algorithmus. Man sollte jedoch stets an den Spruch des berühmten Physikers Richard Feynman denken: „Ich kann mit Sicherheit sagen, dass niemand die Quantentheorie wirklich versteht.“

Das hält Informatiker und Physiker nicht davon ab, immer neue Spiele dafür auszudenken. Quantum Quest ist nicht das einzige Programm seiner Art, es existieren mehrere andere mit dem gleichen Namen und seit April die Steigerung QubitQuest. Wir schließen aber mit dem Quantencomputer für Arme, der Bloch-Kugel. Man erhält sie für 18,33 Euro plus Porto bei einem beliebten Versandhaus, und sie lässt sich, wenn man die Theorie im Unterschied zu Richard Feynman begriffen hat, sicher auch für andere Zwecke nutzen.

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