Die wollen nur spielen!
Geschrieben am 17.04.2026 von HNF
Im Januar gewann die Roboter-WG des HNF zwei neue Mitglieder, die künstlichen Hunde Bit und Byte. Die beiden kommen aus China und werden an jedem Samstag und Sonntag um 14 Uhr vorgeführt. Sie laufen, springen, turnen und tanzen und geben Pfötchen. Roboterhunde haben eine lange Tradition, den ersten gab es schon 1912 in den USA.
Ihr Namen klingen bissig, doch zubeißen können sie nicht. Statt eines zähnefletschenden Mauls haben die Roboterhunde Bit und Byte einen rotierenden Lidar-Sensor. Vorn am Kopf sitzt außerdem eine elektronische Kamera. Die beiden Vierbeiner sind seit Ende Januar im HNF tätig und treten Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr auf.
Künstliche Hunde sind keine neuer Erfindung. Den ersten schuf 1912 der junge Ingenieur Benjamin Miessner im US-Bundesstaat Massachusetts. Er hieß Seleno und orientierte sich mit zwei Fotozellen; sie verwendeten Selen-Detektoren, deshalb der Name. Seleno folgte dem Herrchen noch auf Rädern, spätere Modelle stehen in einer Liste des Cyberneticzoo. Eine Bauanleitung auf Deutsch verfasste 1958 der Philips-Mitarbeiter A. H. Bruinsma; sein Roboterhund bewegte sich auf vier Beinen. Ab 1999 lieferte Sony den putzigen Aibo aus.
Daneben kennt die Robotergeschichte eine Vielzahl gehender Maschinen. Das Video zeigt ein Gebilde, das der russische Mathematiker Pafnuti Tschebyschow in den 1870er-Jahren erfand. Ein Artikel, der 2021 in einer Fachzeitschrift erschien, stellte einmal die Vierbeiner zusammen. Die „quadruped robots“ und die synthetischen Zamperln verschmolzen in den 2000er-Jahren zu einer schlanken und sehr agilen Gattung des Roboterhunds. Die meisten sind lieb und nett, doch manchem möchte man nicht auf einsamer Straße begegnen.
Bit und Byte zählen natürlich zu der ersten Gruppe; die Wikipedia weist die Baureihe den Konsumenten-Robotern zu. Ihre Heimat ist die Zwölfmillionenstadt Hangzhou 170 Kilometer südwestlich von Shanghai; früher wurde der Name mit Hangtschou transkribiert. Im Mai 2016 startete der 1990 geborene Wang Xingxing dort das Unternehmen Unitree Robotics. Zuvor entwickelte er als Masterarbeit für die Universität Shanghai den vierbeinigen XDog. Mehrere Videos mit ihm liegen auf YouTube.
Im April 2026 bietet Unitree die Produktlinien Robots und Human an. Letztere umfasst die Zweibeiner H2, R1 und G1, die Plattform G1-D, einen boxenden und einen kickendenden Automaten und drei Hände. H1/H2-1, der Erstling der Firma, wird nur noch upgedatet. Zu den Robots gehören die Vierbeiner A1, Go1 und Go2 für private und für wissenschaftliche Nutzer, die industrie-orientierten A2, B1, B2 und AlienGo sowie die Roboterarme Z1 und D1-T. Zudem gibt es Geräte für die Katastrophenhilfe und die Feuerwehr, auf Wunsch auch mit Rädern, und einige Show-Modelle.
Die Paderborner Roboter sind vom 2023 eingeführten Typ Unitree Go2, das HNF kaufte eine AIR- und eine PRO-Version. Beide haben eine Länge von 70 Zentimetern, eine Breite von 31 Zentimetern und eine Höhe von 40 Zentimetern. Die Hardware ist ein Aluminium-Kunststoff-Komposit und wiegt mit Batterie 15 Kilogramm. Bit läuft mit neun Stundenkilometern, Byte schafft mehr als zwölf. Sie können sogar Treppen hinauf- und hinuntersteigen. Das HNF hielt ihre Leistungen in einem Video fest. Samstags und Sonntag jeweils um 14 Uhr werden die beiden Metalltiere im HNF vorgeführt.
Programmiert werden die zwei mit einer App, eine Lampe auf der Stirn zeigt den Zustand des Geräts an. Byte verfügt zudem über eine Doktor-Doolittle-Funktion: Man kann ihm Befehle erteilen, auf die er Antworten gibt. Wie erwähnt, besitzen Bit und Byte ein Lidar. Das Wort steht für „Light detection and ranging“ oder „Laser imaging, detection, and ranging“ und bezeichnet einen kontinuierlichen optischen Scan der Umgebung. So können Bit und Byte Hindernissen ausweichen und dem Herrchen oder Frauchen folgen. So ist’s brav!



