50 Jahre Apple
Geschrieben am 02.04.2026 von HNF
Herzlichen Glückwunsch! Mit einem Tag Verspätung gratulieren wir der Apple Inc. zum fünfzigsten Jahrestag ihrer Gründung. Der Hersteller aus dem Silicon Valley prägte wie kaum ein anderer die jüngere Computergeschichte und schuf mit dem iPhone eine neue Hardware-Klasse. Zum Jubiläum haben wir uns im HNF umgeschaut und einmal notiert, welche Apple-Produkte in Paderborn ausgestellt sind.
Ein Mikrocomputer sah anders aus, selbst in den 1970er-Jahren, als die Kategorie im Markt erschien. Eigentlich war das Gerät nur eine Grundplatine mit einer Anzahl Chips. Es hieß aber Apple Computer und stammte von der am 1. April 1976 gegründeten Apple Computer Company. Die ersten Exemplare entstanden in einer Garage in Los Altos im Silicon Valley. Der Byte Shop im nahen Mountain View bot sie im Frühjahr 1976 für 666,66 Dollar an.
Wir sprechen natürlich vom Apple I, wie er ab 1977 hieß; ihn zeigt auch das Eingangsbild. Mit ihm begann die Karriere des gleichnamigen Unternehmens und der Gründer Steven Paul Jobs und Stephen Wozniak, die dann zu „Steves“ wurden. Der dritte Gründer Ronald Wayne zog sich rasch wieder zurück und verpasste einen Milliardensegen. Das Thema Apple haben wir im Blog schon oft behandelt; das ist der Beitrag vom 40. Geburtstag. Zum halben Jahrhundert möchten wir keine neue Firmengeschichte erzählen, sondern einfach alle Apple-Computer besuchen, die sich in der Dauerausstellung des HNF befinden.
Der erste steht im zweiten Obergeschoss auf der Ausstellungsinsel über den Start der PC-Revolution. Er füllt einen Glaskasten. Das Herz des Rechners, der Acht-Bit-Prozessor, sitzt auf der Platine vorn links. Das Exemplar des HNF trägt nicht den Chip MOS 6502, sondern eine Kopie von Synertek. Neben dem Apple entdecken wir den Altair 8800 von 1975 und den Sol-20, der im Sommer 1976 vorlag. Die Bild-Text-Wand dahinter würdigt Steve Jobs und Steve Wozniak – er konstruierte den Ur-Apple – sowie Altair-Vater Ed Roberts.
Die nächste und etwas längere Insel beginnt mit dem Apple II, dem zweiten Meisterwerk von Steve Wozniak. Er verfügt wie der Vorläufer über den 6502-Prozessor und wirkt wie ein richtiger Computer, die Firma enthüllte ihn im April 1977 auf der West Coast Computer Faire in San Francisco. Eine schöne Rekonstruktion liefert der Film Pirates of Silicon Valley von 1999; Schwarzweißfotos von der echten Messe kann man hier betrachten. Im HNF gesellen sich zum Apple II der Tandy TRS-80 und der Commodore PET, die ebenfalls 1977 kamen.
Zwei Schritte nach links um die Ecke führen zum nächsten Erzeugnis, der Lisa von 1983. Der Apple-Fan muss sich bücken, sie belegt eine Kabine im Untergeschoss des Bereichs. Unverkennbar sind die Diskettenschlitze neben dem Monitor, auf dem Computer ruht noch eine Festplatten-Einheit. In ihm steckt der 68000-Prozessor von Motorola mit sechzehn Bit. Mit grafischer Benutzeroberfläche und Mausbedienung war die Lisa höchst innovativ, aber auch ziemlich teuer; bei uns kostete sie 30.000 DM. Apple verkaufte nur 20.000 Stück.
Oben auf der PC-Insel treffen wir den Macintosh. Vorgestellt im Januar des Orwell-Jahres 1984 mit einem legendären Werbespot, zählt er zu den Apple-Mythen. Technisch ähnelt er der Lisa, der Hit, den Steve Jobs erhoffte, wurde er nicht. Der Apple-Mitgründer verließ 1985 die Firma und schuf das Unternehmen NeXT. 1988 präsentierte er einen schwarzen Kubus, den der deutsche Designer Hartmut Esslinger stylte. NeXT floppte wie die Lisa, das Exemplar im Schweizer Forschungszentrum CERN war aber 1990 der Geburtsort des World Wide Web.
Im HNF verbirgt sich der NeXT in der Internetwand am Schluss der Etage; er steht links von der Mitte. Der nächste Apple in der Chronologie ist der Macintosh Portable von 1989. Auch er entpuppte sich als Misserfolg, die Produktion endete nach zwei Jahren. Der HNF-Kurator platzierte den Computer im Untergeschoss am Ende der PC-Schau. Hoch oben vor der Grafik mit dem Apfel schwebt das PowerBook 100. Das Gemeinschaftswerk von Apple und Sony erschien 1991 und spülte eine Milliarde Dollar in die Kassen der Firma.
Zwischen Portable und Notebook steht der iMac von 1998, mit dem Steve Jobs nach der Rückkehr Apple vor der Pleite bewahrte. Die runde Form entwarf der Engländer Jony Ive, als Prozessor diente der PowerPC G3 von IBM und Motorola. Damit endet unsere Reise durch die Apple-Geschichte, jedenfalls was normale Rechner anbetrifft. Neben der PC-Insel erheben sich die beiden Handy-Vitrinen; in der äußeren ist das iPhone. Das erste Smartphone gab es schon 1992, das tragbare Wunder, das Steve Jobs 2007 vorstellte, etablierte aber eine ganz neue Hardware-Kategorie.
Das letzte Produkt ist der PDA oder Persönliche Digitale Assistent Newton. Apple lieferte ihn 1993 aus, im HNF steht er in einer Säulenvitrine in der Abteilung Digitale Welt vor dem Sofa mit dem Roboter hitchBOT. Zum Lesen auf dem Sofa gibt es seit kurzem das Buch Apple: The First 50 Years des Technikjournalisten David Pogue. Das Computer History Museum versammelte am 11. März Apple-Prominenz zu einer Podiumsdiskussion Apple at 50. Am Samstag eröffnet das Oldenburger Computer-Museum eine Sonderausstellung.
Unseren Lesern und Leserinnen wünschen wir alles Gute für die Ostertage und melden uns gleich danach zurück.








