HP-150

HP 150 – Personal Computer mit Touchscreen

Geschrieben am 16.06.2026 von

Die Firma Hewlett-Packard brachte 1980 einen „Personal Computer für Profis“ auf den Markt, den kleinen HP-85. Dann kam der IBM PC und eroberte die Büros in den USA und später in Europa. HP reagierte 1983 mit dem Modell HP 150. Es besaß den gleichen Intel-Prozessor wie der PC, doch eine technische Neuheit, einen tastempfindlichen Bildschirm.

Hier lag die normalerweise korrekte Wikipedia falsch. Nein, der HP 150 der Hewlett-Packard Company wurde nicht Ende November 1983 auf der Comdex-Messe in Las Vegas vorgestellt, sondern schon im September des Jahres im kalifornischen Palo Alto. Das schrieb auch die Computerwoche, die den Einsatz des kleinen Geräts für geschäftliche Zwecke hervorhob.

In unserem Blog erzählten wir bereits vom HP-85 aus dem Jahr 1980. Er sprach die etablierte Kundschaft des Herstellers an, Fachleute aus Wissenschaft, Technik und Hochschulen. 1981 schuf IBM mit dem PC einen Mikrocomputer fürs Büro, der sich glänzend verkaufte. Die Konkurrenz antwortete unter anderem mit dem Sirius und dem Portable von Compaq. Apple trat mit der Lisa an, die sehr innovativ, doch ziemlich teuer war. Klar wurde, dass Big Blue den Markt der kleinen Rechner nicht so leicht beherrschte wie den der großen.

Hinter den Löchern am Bildschirmrand verbergen sich Infrarot-LEDs und Foto-Dioden für Lichtschranken. (Foto MyName CC BY 3.0 seitlich beschnitten)

Hewlett-Packard brachte schon 1981 den Bürocomputer HP 125 heraus, 1982 folgte der HP 120. Beide arbeiteten mit Z80-Chips und dem Betriebssystem CP/M. Beim nächsten Modell seiner Business-Familie ging HP mit der Zeit. Der HP 150 erhielt den Prozessor Intel 8088 – er steckte im IBM PC – und das Betriebssystem MS/DOS. Er war kein „PC-Kompatibler“, die Maßnahme sollte eher Lieferanten von Software und technischen Zusätzen ermuntern. Der Mikroprozessor saß im Monitor-Gehäuse; die im Eingangsbild erkennbare Box darunter ist das Laufwerk für zwei Dreieinhalb-Zoll-Disketten.

Die Hewlett-Packard Company sah sich an der Spitze des technischen Fortschritts und stattete den Rechner mit einer echten Neuheit aus. Die Geschichte des Touchscreens ist verwickelt, doch der HP 150 dürfte der erste Personal Computer gewesen sein, der sich mit dem Finger auf dem Bildschirm steuern ließ. Das geschah allerdings nicht durch simples Draufdrücken; die Position des Fingers wurde statt dessen durch ein Gitter von Infrarot-Lichtschranken ermittelt. Einzelheiten dazu liefert das Hewlett-Packard Journal.

Ein HP 150II mit Zubehör. Das Gerät unter dem Monitor dürfte ein HP 9133H sein, ein kombiniertes Disketten- und Festplatten-Laufwerk.

Die übrige Technik hatte die gewohnte HP-Qualität. Der Intel-Prozessor tickte mit acht Megahertz; der Chip des IBM PC schaffte 4,77 Megahertz. Der Arbeitsspeicher des HP 150 fasste schon in der Grundversion 256 Kilobyte; dazu kam ein Read-Only-Memory mit 160 Kilobyte. Der Monitor maß neun Zoll oder 23 Zentimeter, wirkte aber durch das Einrahmen größer. Er gab 27 Zeilen mit achtzig Zeichen wieder oder 512 mal 390 Pixel. Der Grundpreis betrug 2.795 Dollar; mit Floppy-Laufwerk kostete der Computer 3.995 Dollar. Die deutschen Preise verrät das CC-Computerarchiv auf PDF-Seite 28.

1984 erschien das portable Modell HP 110 und 1985 der HP 150II mit Zwölf-Zoll-Bildschirm. Im gleichen Jahr lag der HP Vectra vor; er operierte mit einem Intel-80286-Prozessor und war im Prinzip IBM-PC-kompatibel – der Hersteller sprach von „IBM PC AT Hybrid“. Er verzichtete auf den Touchscreen und bot Laufwerke für die alten 5,25-Zoll-Disketten an. Die Business-Computer von Hewlett-Packard waren kein Misserfolg, doch sie konnten den Big-Brother-PC von IBM ebenso wenig vom Thron stürzen wie 1984 der Apple Macintosh.

Kein Touchscreen, aber tastempfindlich: Eingabepult der Rechenmaschinenfirma Monroe

Wer mehr zum HP 150 wissen will, findet hier und hier Artikel des Magazins BYTE. Dieser Link führt zum Video der „Computer Chronicles“, bitte zu Minute 13:30 gehen. Das wohl erste deutsche Touchscreen-Patent meldete 1971 mit zwei Kollegen ein Ingenieur an, dem wir im Blog schon begegneten, Rainer Mallebrein, der Mit-Erfinder der Computermaus. Seine Patentschrift erwähnte auch ein frühes amerikanisches Konzept aus dem Jahr 1951, das Touch-Responsive Keyboard des Rechenmaschinen-Herstellers Monroe.

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